Risikobewertung

ISMS-Konzept
TitelRisikobewertung
Autor:inStefan Voigt
Versionsnummer0
Vertraulichkeitintern
ArtKonzeptteil

Klassifikation von Risiken bzw. Schäden

Für unsere Risikoklassifizierung wurden im Unternehmen die nachfolgenden Dimensionen ausgewählt und die Ausprägungen definiert.

  • Eintrittswahrscheinlichkeit:
    • selten: maximal alle 5 Jahre
    • mittel: alle 5 Jahre bis jährlich
    • häufig: jährlich bis monatlich
    • sehr häufig: mehrmals im Monat
  • Potenzielle Schadenshöhe:
    • vernachlässigbar: geringe Schäden
    • begrenzt: überschaubarer Schaden
    • beträchtlich: sehr umfangreicher Schaden (z.B. finanziell >20.000 Euro, Reputationsverlust, Stillstand mehrere Tage)
    • existenzbedrohend: katastrophales Ausmaß für das Unternehmen (z.B. finanziell >200.000 Euro, Stillstand mehrere Wochen)
  • Aus der Kombination von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe lässt sich anschließend eine Risikokategorie mit folgenden Ausprägungen ableiten:
    • gering: bestehende/definierte Sicherheitsmaßnahmen bieten ausreichenden Schutz oder Aufwand-Risiko-Abschätzung unwirtschaftlich
    • mittel: bestehende/definierte Sicherheitsmaßnahmen reichen möglicherweise nicht aus
    • hoch: bestehende/definierte Sicherheitsmaßnahmen bieten keinen ausreichenden Schutz
    • sehr hoch: bestehende/definierte Sicherheitsmaßnahmen bieten keinen ausreichenden Schutz oder sind noch gar nicht geplant

Matrix zur Einstufung von Risiken nach [BSI, Oktober 2017BSI, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (Oktober 2017): "BSI-Standard 200-3: Risikoanalyse auf der Basis von IT-Grundschutz". (Link)], S. 27

Risikoanalyse

Eine Risikoanalyse ist erst ab Standard-Absicherung relevant. Vorausschauend zur künftigen Erreichung einer Standard-Absicherung wurden für die Risikoanalyse die nachfolgenden Punkte bereits definiert.

Die Risikoanalyse wird einmal jährlich durchgeführt und ggf. nach erneuter Einschätzung aktualisiert.

Innerhalb der Risikoanalyse ab Standard-Absicherung folgen wir dem vom BSI vorgeschlagenen Schritten ([BSI, Oktober 2017BSI, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (Oktober 2017): "BSI-Standard 200-2: IT-Grundschutz-Methodik". (Link)], S. 34):

  • Identifikation zu schützender Informationen und Prozesse
  • Ermittlung aller relevanten Bedrohungen für diese
  • Analyse von bedrohten Schwachstellen
  • Benennung und Einschätzung der möglichen Schäden
  • Untersuchung der potenziellen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit
  • Bewertung des Risikos

Die eigentliche Risikoanalyse findet sich im Wiki unter Risikobewertung.

Zielobjekte

Als Ergebnis der Vorarbeiten zur Risikoanalyse sollte eine Liste von Zielobjekten vorliegen. Die eigentliche Risikobewertung findet anhand dieser Zielobjekte statt, d.h. möglicher Ziele für einen Sicherheitsvorfall. Zielobjekte können z.B. Software-Anwendungen, einzelne IT-Systeme oder -Räume aber auch Geschäftsprozesse sein.

Liste elementarer und zusätzlicher Gefährdungen

Laut BSI wurden aus den spezifischen Einzelgefährdungen der IT-Grundschutz-Bausteine generelle Aspekte abgeleitet und in 47 elementare Gefährdungen überführt, die im IT-Grundschutz-Kompendium aufgelistet seien. Die nachfolgende Liste stellt einen Auszug aus der Übersicht über die elementaren Gefährdungen aus [BSI, Oktober 2017BSI, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (Oktober 2017): "BSI-Standard 200-3: Risikoanalyse auf der Basis von IT-Grundschutz". (Link)], S. 13ff dar. Neben diesen, können weitere, zusätzliche Gefährdungen ergänzt werden.

lfd. Nr.GefährdungVertraulichkeitIntegritätVerfügbarkeitElementare Gefährdung
G0.1Feuerjaja
G0.15Abhörenjaja
G0.28Softwareschwachstellenjajajaja
G0.36Identitätsdiebstahljajajaja
G0.42Social Engineeringjajaja
Gz.1Manipulation durch Familienangehörige und Besucher
Gz.2Beschädigung von Informationstechnik im Fertigungsbereich
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